Herzlich willkommen beim Evangelischen Bildungswerk

Wir sind eine Einrichtung der Evangelischen Kirchenbezirke Balingen und Sulz. 

 
 
 
 

Geh aus, mein Herz, und suche Freud
in dieser lieben Sommerzeit
an deines Gottes Gaben;
schau an der schönen Gärten Zier
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben.    (EG 503)

 

 

Paul Gerhardts Sommergesang schwelgt im prallen Leben, in überbordender Naturfülle – man sieht und hört sie förmlich vor sich: „der schönen Gärten Zier“, Blumen „schöner als Salomonis Seide“, vielleicht den Gesang einer „Lerche“, das Summen „der unverdrossnen Bienenschar“ und auf der Alb natürlich: „Schafe“! Wir erleben die Natur gerade noch viel mehr und intensiver als sonst. Corona-bedingt waren wir sehr auf unser regionales Umfeld beschränkt, an die frische, virenfreie Luft geschickt für die Bewegung statt ins Fitness-Center. Die Radhändler verzeichnen Rekordumsätze, ein Förster wundert sich, in welchen Waldestiefen er noch Wanderer sichtet. Wir erfahren, wie gut uns ‚Waldbaden‘ tut, wie das Grün unsere von Videokonferenzen und Streamen überanstrengten Augen entspannt, wie sich die Nackenmuskulatur lockert. In der Natur zu sein ist Ablenkung und Zeitvertreib, Entspannung und sportliche Anspannung, ‚Frischluft‘ auch für Sorgen geplagte Köpfe und Herzen – eine „Gottes Gabe“ wie das Lied es nennt, ein großes Geschenk – und ein Grund zu Dankbarkeit?!

 
Wer jetzt viel draußen ist, bemerkt auch die Verletzlichkeit der Natur: abgestorbene Fichten; ein schon wieder zu trockener Boden, das Wachstum in Feld und Garten verzögert – die Regengüsse der letzten Wochen können das nur wenig ausgleichen. Dazu Meldungen von Dürren in Afrika, gewaltigen Stürmen und Erdrutschen, von drohendem Hunger, von Leid und Zerstörung. Davon möchte man jetzt eigentlich nicht so viel wissen, von einer Natur, die längst in der Krise ist. Die Corona-Krise gibt uns allen doch schon so genug zu tun!


Paul Gerhardt bleibt nicht bei einer schwärmerischen Naturbegeisterung. In seinem Lied zieht er Vergleiche über die Beziehung des Menschen zu Gott, dem Schöpfer dieser wunderbaren Umwelt. Er denkt nach über sein Woher und Wohin, sein Leben in dieser Schöpfung, und wie er sich darin verhält, so dass er „stetig blühe“, „grüne“ und „Früchte“ bringe. Mag heißen: die Augen offen halten für das, was um uns ist, was wir ‚geschenkt‘ bekommen haben, was uns anvertraut ist für unser Leben. Dazu Sorge tragen, aus Dankbarkeit anders handeln lernen, aber auch aus Freude, und – was wir Menschen auch können – aus Einsicht und Solidarität. Ein bisschen geübt haben wir ja schon!

Einen „grünen Daumen“ wünscht Ihnen
Ihre Christine Thumm

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