Herzlich willkommen beim Evangelischen Bildungswerk

Wir sind eine Einrichtung der Evangelischen Kirchenbezirke Balingen und Sulz. 

 
 
 
 

Veranstaltung

Ich sagte zu dem Engel, der an der Pforte des neues Jahres stand:
Gib mir ein Licht, damit ich sicheren Fußes der Ungewissheit entgehen kann!
Aber er antwortete: Geh nur hin in die Dunkelheit, und lege deine Hand in die Hand Gottes!
Das ist besser als ein Licht und sicherer als ein bekannter Weg.
                                                                                                                   (aus China)

Ein schönes, tiefgründiges Wort zum Jahresbeginn. Es bewegt, bekommt inneren Zuspruch: Ja, so soll es sein, so kann ein Lebensweg gelingen! Der Vorsatz fürs neue Jahr steht: Einfach mehr vertrauen, dann läuft’s. Tatsächlich? Außerhalb des Poesiealbums ist die Dunkelheit doch schon sehr dunkel und die Zukunft eigentlich sehr ungewiss trotz gut gefülltem Terminkalender. Und die Hand Gottes? Wo kann man sie finden? Sie scheint nicht immer griffbereit. Und wenn, ist sie dann auch wirklich verlässlich? Der Zweifel schleicht sich im konkreten Leben oft schneller ein, als einem lieb ist. Man möchte sich ja eigentlich vertrauensvoll auf den Weg machen, wirklich! Aber da gibt es so vieles, das dagegenspricht, was einen aufhält und festhält.
Die Jahreslosung für 2020 ist hier ganz nah bei uns: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ (Mk 9,24) – der Schrei des Vaters des kranken Kindes bringt dieses zutiefst menschliche Dilemma ungeschminkt zum Ausdruck: Glaube und Unglaube – Vertrauen und Zweifel – oft so untrennbar und schmerzlich verbunden! Und doch: in der Mitte dieses widersprüchlichen Satzes ist die Hoffnung eingelassen – „HILF!“. Ein Notruf, eine Hand, die sich ausstreckt. Man möchte seine Hand in Gottes Hand legen – sucht, tastet in der Dunkelheit, zweifelnd und hoffend. Und – tatsächlich: Gott kommt uns entgegen, in der Erzählung dem geheilten Kind: „Jesus aber nahm ihn bei der Hand und richtete ihn auf“.

In diesem Sinne Mut, zweifelnd zu glauben und hoffend zu zweifeln!

Ihre Christine Thumm

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